Front-Ansicht des Alten Peters

Alter Peter wird im Münchner Volksmund der Turm der Pfarrkirche Sankt Peter genannt, die am Petersplatz direkt neben dem Viktualienmarkt steht. Der alte Peter ist die älteste, erwähnte Pfarrkirche in München und gehört auch deshalb zu Münchens Wahrzeichen.
Der alte Peter ist, inklusive des Turmkreuzes, 91 Meter hoch. Über 306 Stufen kann jeder den Turm der Pfarrkirche besteigen und gelangt an der Glockenstube vorbei zur Aussichtsplattform außerhalb der Turmwächterstube. Wenn in München Föhn ist, kann man von dort aus bis zu 100 Kilometer weit sehen und den sagenhaften Ausblick genießen. Auch das Glockenläuten der Kirche ist etwas ganz Besonderes: Der alte Peter hat insgesamt zwölf Glocken in seinem Glockenturm, von denen die älteste, die Zwölferin bereits im Jahr 1382 gegossen wurde. Diese Glocke ist es auch, die dem Glockenläuten des alten Peters seinen charakteristischen Klang verleiht.
Die Hochaltarfigur des Petrus im Kirchenschiff hat eine abnehmbare Tiara. Diese wird jedes Mal direkt nach dem Bekanntwerden des Todes eines Papstes abgenommen und bis zur Wahl eines neuen Papstes auf einem Seitenaltar aufbewahrt. Zuletzt war dies im Jahr 2005 nach dem Tod von Johannes Paul II. der Fall.

Adresse:

Pfarrkirche St. Peter
Rindermarkt 1
80331 München

Öffnungszeiten:

Montag mit Freitag: 9.00 bis 18.30 Uhr
Samstag: 10.00 bis 18.30 Uhr
Sonn- und Feiertag: 10.00 – 18.30 Uhr

Preise:

Erwachsene: 1,50 Euro
Schüler und Ermäßigt: 1,00 Euro

Geschichte Alter Peter

Ursprünglich gab es an der gleichen Stelle, an welcher heute der Alte Peter steht eine romanische Kirche. Aber ob diese Kirche der Gründungsbau für die spätere Pfarrkirche war, lässt sich nicht mehr nachweisen. Sicher ist nur, dass die Kirche 1181 durch Herzog Otto I. erweitert und anschließend durch Bischof Otto II. geweiht wurde. Ab 1278 erhielt die Kirche eine neue, prunkvollere gotische Basilika, um dem Bedeutungsverlust durch den Bau der Marienkapelle entgegenzuwirken. Ein Brand im Jahr 1327 zerstörte fast ein Drittel von München. Auch der Ost-Chor und die Türme des Alten Peters brannten aus, nur das Kirchenschiff selbst konnte gerettet werden. Beim Wiederaufbau wurde die Kirche weiter vergrößert und einige Seitenkapellen hinzugefügt. Der Chor inklusive Hochaltar und auch das Langhaus der Pfarrkirche wurden im 18. Jahrhundert im Stil des Spätbarocks umgestaltet. Die Kirche erhielt zu dieser Zeit auch einen neuen Hochaltar, welcher von Nikolaus Gottfried Stuber, angelehnt an den Hochaltar im römischen Petersdom, entworfen wurde.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Sankt Peter durch mehrere Bombenangriffe fast vollkommen zerstört. Übrig blieben eigentlich nur ein ausgebrannter Turmrest und die Außenmauern des Hochchores. Der Wiederaufbau erschien sinnlos und so wurde die Kirchenruine bereits zum Sprengen freigegeben. Erst auf die Initiative der beiden Pfarrer von St. Peter, Max Stritter und Max Zistl, schritt Kardinal Michael Faulhaber ein und rettete die Kirche. Schon im Jahr 1946 begann dann der Wiederaufbau der Kirche, der 1951 von außen mit der Installation des Kreuzes auf dem Turmdach abgeschlossen wurde. Die Rekonstruktion und Restaurierung des Inneren der Kirche dauerte wesentlich länger und wurde erst im Jahr 2000 fertig gestellt.

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