Schloss Nymphenburg vom Kanal ausDas Nymphenburger Schloss liegt fast mitten in München, zählt zu den größten Königsschlössern in Europa und wird jährlich von über 300.000 Gästen besucht. Das bei Touristen sehr beliebte Schloss bildet gemeinsam mit dem Schlosspark und den Parkburgen eine große Schlossanlage, welche bereits weithin sichtbar ist.

Besonders charakteristisch ist dabei der Blick von den beiden Kanälen aus, welche auf das Schloss Nymphenburg zuführen, auf den Hauptteil des Schlosses. Das Schloss wurde damals im Auftrag des Kurfürsten Ferdinand Maria anlässlich der Geburt des lang erwarteten Thronfolgers erbaut. Der Grundbau des Schlosses wurde 1675 fertiggestellt, aber Stück für Stück erweitert und weitere Gebäude wurden der Schlossanlage, je nach den Vorlieben des aktuellen Besitzers, hinzugefügt. Lange Zeit wurde das Schloss als Sommerresidenz der Wittelsbacher Kurfürsten genutzt.

In Schloss Nymphenburg befinden sich heute mehrere Museen, so wie das Marstallmuseum und das Porzellanmuseum im Südflügel des Schlosses, das Museum Mensch und Natur im Nordflügel, sowie das Erwin von Kreibig-Museum im südlichen Schlossrondell. Bereits seit 1835 ist die Maria-Ward-Grundschule, gegründet durch Maria Ward, einer Vorreiterin für eine bessere Schulbildung für Mädchen, ebenfalls im Nordflügel des Schlosses zu finden.

Adresse:

Schloss Nymphenburg
Schloss Nymphenburg 1
80638 München

Öffnungszeiten:

täglich geöffnet
April bis 15. Oktober: 9.00 bis 18.00 Uhr
16. Oktober bis März: 10.00 bis 16.00 Uhr


Preise:

Erwachsene: 6 Euro / Ermäßigt: 5 Euro
Gesamtkarte (Schloss Nymphenburg, Parkburgen und Marstallmuseum):
1. April bis Mitte Oktober: 11,50 Euro / Ermäßigt: 9,- Euro
Mitte Oktober bis 31. März (ohne Parkburgen): 8,50 Euro / Ermäßigt: 6,50 Euro

Geschichte des Schloss Nymphenburg

Schloss Nymphenburg wurde von Kurfürst Ferdinand Maria als Geschenk für seine Freu Adelheid von Savoyen geplant und in Auftrag gegeben, da diese ihm nach 10 Jahren Ehe endlich den lang ersehnten Thronfolger Max Emanuel geboren hatte. Als Bauplatz wurde ein offenes Feld, damals ca. zwei Stunden von München entfernt, bestimmt. Baubeginn des Schlosses war 1664. Die Entwürfe des Mittelteils, ursprünglich im Stil eines italienischen Landhauses geplant, stammen von Agostino Barelli, der auch die Münchner Theatinerkirche entworfen hat.

Das Schloss Nymphenburg besteht hauptsächlich aus Kelheimer Kalkstein und wurde 1675 fertig gestellt. Nach dem Tod seines Vaters ließ Max Emanuel in der Zeit zwischen 1702 und 1704 die beiden Galerien neben dem Hauptschloss und die zwei nördlichen und zwei südlichen Pavillons neben dem Schloss errichten. Um das Nymphenburger Schloss herum entstand nach und nach ein weitläufiger Landschaftspark, der durch den Mittelkanal in einen nördlichen und einen südlichen Bereich teilt.

Eines der beiden historisch weitreichendsten Ereignisse im Schloss Nymphenburg war der „Vertrag von Nymphenburg“, der im Mai 1741 zwischen Bayern, Frankreich, Sachsen, Preußen und Spanien direkt auf Schloss Nymphenburg gegen Österreich geschlossen wurde. Mit diesem Vertrag sicherte sich der bayrische Kurfürst Karl Albrecht die Hilfe Spaniens beim Kampf um den deutschen Kaisertitel und dieser Vertrag löste letztendlich den österreichischen Erbfolgekrieg aus. Das zweite wichtige Ereignis war 1845 die Geburt von Ludwig dem II., der als „Märchenkönig“ in die Geschichte Bayerns eingehen sollte.

Zu Beginn des ersten Weltkriegs kam das Schloss Nymphenburg 1918 unter die Krongut-Verwaltung, später ging es dann ins Staatseigentum der Bayrischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen über. Auch den zweiten Weltkrieg überstand das Schloss Nymphenburg, abgesehen von einem Treffer, der die Schlosskapelle zerstörte, nahezu ohne schwere Beschädigungen. Die Wittelsbacher haben bis heute noch ein begrenztes Wohnrecht im Schloss, dass vom Oberhaupt des Hauses Wittelsbach, aktuell ist dies Franz von Bayern, genutzt werden kann.

Die Parkburgen

Zur Schlossanlage in Nymphenburg gehören neben dem Hauptschloss auch vier Parkburgen, welche sich im weitläufigen Schlosspark befinden. Die größte der Parkburgen ist die Amalienburg, welche Kurfürst Karl Albrecht für seine Frau Maria Amalia, die Tochter des Kaisers, 1734 als Lust- und Jagdschloss erbauen ließ. Die Amalienburg ist im Stil des europäischen Rokoko erbaut und wurde ursprünglich als selbstständige kleine Schlossanlage konzipiert, obwohl sie nur wenige Meter vom Nymphenburger Schloss entfernt liegt.

Die zweite Parkburg, die Badenburg, ließ Max Emanuel nach den Plänen des Hofbaumeisters Joseph Effner als Zentrum des südlichen Parkteils erbauen. Der rechteckige Bau mit gerundeten Ecken enthielt einen großen Badesaal, der auch Grund für die Namensgebung der Parkburg war.

Die kleinste der Parkburgen ist die Pagodenburg, welche Max Emanuel, ebenfalls von Joseph Effner, nördlich des Hauptkanals, neben der damaligen Golfbahn, erbauen ließ. Die Parkburg diente deshalb auch hauptsächlich der Erholung und Erfrischung von dem Spiel. Die Pagodenburg wurde im chinesischen Stil einer Pagode erbaut und ist auch in diesem Stil eingerichtet.

Die vierte der Parkburgen ist die Magdalenenklause, welche Max Emanuel ebenfalls von Joseph Effner im nördlichen Parterre des Nymphenburger Schlossgartens errichten ließ. Ihre Vollendung im Jahr 1728 erlebte Max Emanuel allerdings nicht mehr und sein Sohn, Kurfürst Karl Albrecht, ließ die Parkburg fertig stellen. Geplant war die Magdalenenklause als Wohnstatt für einen Eremiten und steht mitten in einem verwilderten Wäldchen. Äußerlich wurde die Magdalenenklause, die aus Ziegeln gemauert und nur teilweise verputz wurde, bereits als Ruine erbaut. Die Risse im Mauerwerk und der bröckelnde Putz an den Wänden sollten die Vergänglichkeit alles Irdischen symbolisieren.

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